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Das Geläut der Sankt-Petri-Kirche hat eine sehr wechselvolle Geschichte seit ihrer Weihe im Jahre 1890 erfahren.
Selbstverständlich besaß auch der Vorgängerbau eine Glocke, diese war im Dachreiter untergebracht. Außer der
kurzen Beschreibung, dass sie 45cm im Durchmesser maß und ringsherum mit vier Kreuzen versehen war, gibt es
keinerlei weitere Hinweise. Auch ihr Verbleib ist unbekannt.
Unsere heutige Kirche besaß zu ihrer Weihe 1890 ein dreistimmiges Geläut aus Bronze, welches 1889 von der
Firma Jauck in Leipzig für 6811 Mark gegossen wurde.
Glocke 1) 1,50m Durchmesser, 1,40m Höhe, 1790kg Gewicht. Inschrift: Es ist in keinem anderen Heil - Das Kreuz ist unser Panier
Glocke 2) 1,19m Durchmesser, 1,15m Höhe, 546kg Gewicht. Inschrift: Fürchtet Gott, ehret den König - Deutschland unsere Zier
Glocke 3) 1,00m Durchmesser, 1,00m Höhe, 1790kg Gewicht. Inschrift: Ehre sei Gott in der Höh' - Stassfurt, dich segnen wir
Diese drei Glocken gingen im Ersten Weltkrieg verloren. Die Kirchengemeinde erhielt 1924 eine Glocke aus dem Glockenlager Torgau, die
im Kriege nicht eingeschmolzen wurde. Ursprünglich stammte sie aus Thüringen.
Ihre Maße: 0,95m Durchmesser, 469kg Gewicht. Inschrift: Anno 1604 goss mich Melchior Moehringk zu Erfurt.
Ihr bisheriger, dem g nahe liegende Ton wurde dem gis angenähert
Passend zu dieser Glocke ließ sich die Kirchengemeinde von den Mitteldeutschen Stahlwerken in Lauchhammer zum Preise von 9270 Reichsmark
zwei weitere Bronzeglocken gießen, die Weihe fand 1930 statt.
Glocke 1) 1,42m Durchmesser, 1534kg Gewicht, Ton cis. Inschrift: Es ist in keinem anderen Heil - Das Kreuz ist unser Panier
Glocke 2) 1,23m Durchmesser, 978kg Gewicht, Ton e. Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe - Stassfurt, dich segnen wir
Wegen des Zweiten Weltkrieges nur zwölf Jahre später mussten die beiden neugegossenen Glocken wieder abgegeben werden. Nach dem
Kriege entschied die Kirchengemeinde sich zur Anschaffung eines vierstimmigen Geläutes aus Eisenhartguss. Dieses wurde in Apolda gegossen,
die Weihe fand am 4.9.1949 statt.
Die Eisenhartgussglocken haben folgende Maße und Töne:
Glocke 1) 1,53m Durchmesser, 1,60m Höhe, Gewicht 1350kg, Ton e
Glocke 2) 1,30m Durchmesser, 1,40m Höhe, Gewicht 950kg, Ton fis
Glocke 3) 1,13m Durchmesser, 1,00m Höhe, Gewicht 500kg, Ton a
Glocke 4) 0,90m Durchmesser, 0,70m Höhe, Gewicht 250kg, Ton cis
Die alte, 1604 gegossene Glocke ist beim Einbau der neuen Eisenhartgussglocken vom Turm geholt und der damals noch selbstständigen
Johannisgemeinde gegeben worden. Mit der Zusammenlegung unserer Gemeinden kam sie wieder in unseren Besitz, sie erhielt später jedoch
als Leihgabe an die Stadt einen neuen Einsatzort auf dem Friedhof in der Hecklinger Straße. Sie wird in das neue Geläut integriert und
kehrt auf unseren Kirchturm zurück. Mit der Demontage des Eisenhartgussgeläutes wurde auch eine Bronzeglocke vom Turm geholt. Sie stammt
ebenfalls von der Johannisgemeinde, ihr Guss fand im Jahre 1952 in Apolda statt. 1986 kam sie in unseren Kirchturm und wird ebenfalls
Teil des neuen Geläutes sein. Ihr Gewicht beträgt 220kg, der Ton ist h, die Inschrift lautet: Ehre sei Gott in der Höhe.
Die folgenden Aufnahmen sind kurz vor und während des Ausbaues entstanden. Die kleinste Eisenhartgussglocke wird zukünftig auf dem
Friedhof Hecklinger Straße läuten, die drei anderen erhalten ihren Platz vor der Kirche, alle vier Glocken sind in den Besitz der Stadt
übergegangen.
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Das folgende Video aus dem Jahre 2012 zeigt das Geläut unserer Kirche. Bereits seit 2002 schwiegen die Glocken,
da der Glockenstuhl nicht mehr die notwendige Sicherheit bot. Dazu kam, dass die schweren Eisenhartgussglocken
Schäden am Mauerwerk des Kirchturms verursacht haben. Die beiden kleinen Glocken sind zu hören, es dürfte
diesbezüglich die einzige existierende Aufnahme sein.
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Momentan finden die Arbeiten zur Installation einens neuen Geläutes statt, dafür werden zwei Glocken neu gegossen.
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